Stille Schalen

Eine mögliche Übersetzung für Raku könnte sein:

“Stille Freude”

Dieser Tradition nur aus der Ferne verpflichtet, habe ich in den letzten Jahren meine Technik erweitert, blieb aber der RAKU-Ästhetik treu.
Seither spreche ich nicht mehr von RAKU-Teeschalen, sondern von “STILLEN SCHALEN”

Stille Schalen

Die Kunst des Tees, muss man wissen, ist nichts anderes, als Wasser kochen, Tee aufgießen und trinken.

Sen no Rikyū

Wilder Ton / Wild Clay

Kommerzieller Ton hat viel für sich: er ist von stets gleicher Qualität, auch Farbe, zeigt im Brand stets die gleichen Eigenschaften, man ist in der Regel vor überraschungen sicher.

Und das ist gleichzeitig sein größter Nachteil!

Wilder, selbst gegrabener Ton zeigt viel viel mehr Eigenleben. Selbst an der gleichen Stelle geborgener Ton variiert von Mal zu Mal.  Er ist ungereinigt und auch ungebändigt. Und er liebt es, den Töpfer zu überraschen.

Ich hole Ton von überall her. Da, wo früher Ziegeleien waren, werde ich immer fündig. Straßenbauarbeiten, Erdbewegungen, Baugruben, ich kann nicht daran vorbei gehen, ohne meine Nase reinzustecken und wenn möglich eine kleine Probe mitzunehmen. 

Andererseits: Mit wildem Ton zu arbeiten ist aufwändig. Meist muss man ihn schlämmen, damit die Steinchen, die ja deutlich schwerer sind, als der Ton, nach unten sinken. Man verwendet dann nur die oberen zwei Drittel der entstehenden Masse. Aber auch dann führen sie sowohl im Herstellungs- als auch im Brennprozess durchaus ihr Eigenleben.

Und genau das liebe ich am “Wilden Ton”

Für viele meiner Glasuren verwende ich einen hellbrennenden Mergelton, sie sehen ihn rechts in den beiden Abbildungen. Alle Teeschalen, die Sie oben in der Galerie sehen, sind damit glasiert. 

The Art of making Teabowls

In diesem kurzen Clip sehen Sie die zentralen Stationen beim Herstellungsprozess einer Raku-Teeschale.

Ich liebe es, die Schalen auf dem Steg meines Bootshauses zu drehen, dann am Ufer zu brennen und direkt im See abzuschrecken…

 

Gerd Wagner

Über mich

Raku, was „Stille Freude“ meint, ist eine 500 Jahre alte japanische Töpfertechnik,aus der heraus Teekeramik, für die, dem ZEN nahestehende Teezeremonie, entstand.

Dieser Tradition nur aus der Ferne verpflichtet, verwende ich zur Färbung meiner Schalen gerne einen Naturton,den ich in meiner unmittelbaren Nähe finde.

Einzeln gebrannt, werden sie rotglühend aus dem Feuer gezogen, in Sägemehl verräuchert und erstarren dann zu ihrem unverwechselbaren Charakter.

In den letzten Jahren habe ich zunehmend auch andere Brenntechniken eingesetzt, die mir und meiner Situation angemessener erschienen. Die typischen „Abrauchspuren“ wie das Rissnetz sind in den Hintergrund getreten zugunsten einer Herausarbeitung der Drehspuren.

Die Welt trifft sich in einer Schale Tee

Kakuzo Okura

 

 

 

 

 

 

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